Aufruf „Tag X“ Keupstraße in München – Jetzt Aufruf unterstützen

Update (19.12.2014): Dies hier ist ein vorläufiger Aufruf gewesen. Seit dem 12.12.2014 gibt es unseren neuen Aufruf des Aktionsbündnisses „NSU-Komplex auflösen“ mit dem Titel „Für eine Gesellschaft ohne Rassismus – Keupstraße ist überall“. Bitte unterzeichnet diesen und gebt das an euere Freunde und Netzwerke weiter.

(Alter Aufruf:) Gemeinsam nach München zum NSU-Prozess – Keupstraße ist überall

Die Keupstraße ist bekannt als die zentrale Geschäfts- und Wohnstraße der ›türkischen Community‹ in Köln; weit über die Stadtgrenzen hinaus. Am 9. Juni 2004 explodierte am helllichten Tag auf der Keupstraße eine von Nazis gezündete Nagelbombe. Das Ziel war es möglichst viele, vermeintlich nicht- deutsche Menschen zu töten und zu verletzen und deren anliegende Geschäfte und Häuser zu zer- stören. Nur durch glückliche Zufälle hat dieser Anschlag durch den Nationalsozialistischen Untergrund keine Todesopfer gefordert. Er steht in einer rassistischen Kontinuität, die seit dem Mauerfall weit über 100 Menschen das Leben kostete und nicht nur unter Migrant_innen entsetzliches Leid verursachte.

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Bis zur Selbstenttarnung des NSU 2011 ermittelten die Behörden in Sachen Keupstraße in erster Linie gegen die zum Teil schwer verletzten und geschädigten Opfer und machten sie so zu Täter_innen. Die Medien und die Öffentlichkeit flankierten diese Ermittlungen mit dem Gerede von »kriminellen Ausländermilieus«. Der rassistische Anschlag, der mit der Bombe von 2004 begann, fand dadurch für die Bewohner_innen der Keupstraße seine Fortsetzung.

Vor diesem Hintergrund hat sich die Initiative „Keupstraße ist überall“ gegründet, um in Vorbereitung auf die Verhandlungstage im NSU-Prozess in München aktiv zu werden. Das Münchner ‘Bündnis gegen Naziterror und Rassismus’ wird gemeinsam mit der Initiative ›Keupstraße ist überall‹ in München auftreten und Solidarität mit den mehr als 20 Nebenkläger_innen demonstrieren. Wir wollen wissen, wer alles zum NSU gehörte und welche Rolle Polizei und Geheimdienste spielten.

Es werden viele Menschen aus Köln nach München kommen und durch verschiedene Veranstaltungen, Aktionen und ihre bloße Präsenz im Gericht ein sichtbares Zeichen setzen! Sieben Jahre lang wurde die Keupstraße terrorisiert — nun ist der Moment gekommen, geschlossen und unmissverständlich in München unserer Wut und Empörung Ausdruck zu verleihen. Deshalb brauchen wir Unterstützung von allen gesellschaftlichen Gruppen, denen bewusst ist, dass der Gerichtsprozess alleine nicht ausreichen wird, die spezielle Geschichte des Attentats und die jahrelangen Drangsalierungen der Opfer aufzuklären und die Ursachen des Naziterrors zu beseitigen.

Der Bombenanschlag des NSU, die rassistischen Ermittlungen der Polizeibehörden, die Unterstützung militanter Nazistrukturen durch den Verfassungsschutz, die diskriminierende Berichterstattung in den Medien sowie die ausbleibende Solidarisierung der Politik, haben es nicht geschafft, die Keupstraße und eine offene Gesellschaft, für die diese Straße steht, zu zerstören. Viele Anwohner_innen und Ladenbetreiber_innen haben sich mittlerweile in der Initiative ›Keupstraße ist überall‹ organisiert. Sie protestieren gegen ihre jahrelange rassistische Ausgrenzung und Diskriminierung und fordern eine schonungslose Aufklärung der Hintergründe des Kölner Anschlags. Dabei brauchen sie unsere Solidarität. In diesem Sinne: Die Keupstraße ist überall.

Am Ende des ersten Verhandlungstages zu dem Attentat in der Keupstraße, dem Tag X, werden wir gemeinsam in München demonstrieren. Vor dem Gerichtsgebäude wird ab 9 Uhr eine Dauerkundgebung stattfinden.

Ab 17 Uhr 30 demonstrieren wir vom Gerichtsgebäude in der Nymphenburgerstraße bis zum Karlsplatz/Stachus. Nach der Demonstration ist ein Treffen aller Beteiligten in den Räumen von werkmünchen an der Dachauerstraße 114 (Trambahn-Haltestelle Leonrodplatz) geplant.

 

 

 

Die Gruppen und Einzelpersonen, die unseren Aufruf unterstützen, veröffentlichen wir auf dieser Website.

Schon dabei sind

Gruppen

Antirassistische Initiative Berlin
Antifa Koordination Köln & Umland (AKKU)
Jugendclub Courage Köln e.V.
KunÖ e.V. Köln
AFROTAK TV cyberNomads Berlin
Azzoncao, Polit-Café Bochum
Rote Karte gegen Diskriminierung, Rassismus und Antisemitismus Köln
Recht auf Stadt München
Bayerischer Flüchtlingsrat München
Karawane München
Bündnis gegen Naziterror und Rassimus München
Internationale Liga für Menschenrechte (ILMR) Berlin
Jusos München
NSU-Watch: »Aufklären und Einmischen« | »Aydınlatma ve Müdahale«
[anita_f.] antifaschistische Gruppe in Regensburg Regensburg
noborder ffm Frankfurt
NSU Recherche: Informations- und Watchblog Hamburg
Metronews24 Berlin
Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt Sachsen-Anhalt
Antifaschistische Jugend Köln
Öffentlichkeit gegen Gewalt e.V. Köln
Initiative für einen Gedenkort ehem. KZ Uckermark e.V. 
DKP Köln
DKP Südbayern
Opferberatung für Betroffene rechtsmotivierter und rassistischer Gewalt des RAA Sachsen e.V.
LOBBI e.V: MV
Dokumentationsarchiv
Antifa AK Köln
deconstruct reality München
Antifaschistische Initiative Freiburg
Initiative Mord verjährt nicht Rostock
Initiative 6.April Kassel
Antifaschistische Linke Münster Münster
kein mensch ist illegal Köln
borderline-europe, Menschenrechte ohne Grenzen e.V. Berlin/Palermo
Sozialistische Alternative – SAV Köln
DIE Linke OV-München-Ost
Das Schweigen durchbrechen! Nürnberg
TickTickBoom Nürnberg, Bremen, Hamburg, Berlin
Opferperspektive e.V. Potsdam
Antifa NT München
Münchner Friedensbündnis
JG-Stadtmitte Jena
ver.di Jugend Regensburg
Opferberatung Rheinland (OBR) Düsseldorf
DGB Kreisverband Göttingen
Freundeskreis im Gedenken an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992
Interventionistische Linke
Nürnberger Bündnis Nazistopp
Allerweltshaus Köln
Bündnis 90/DIE GRÜNEN OV Köln-Mülheim
Gruppe Ara, Bremen

 

 

Einzelpersonen

Cana Bilir-Meier, München
P
etja Dimitrova, Wien
Günther Szameit, Köln
Ivana Domazet
Teresa Huhle, Bremen
Margot Müller
Werner Eggert, Köln
Susanne Kurz-Lukas, Köln
Timo Reinfrank, Amadeu Antonio Stiftung Berlin/Heidelberg
Dr. Elke Steven, Grundrechtekomitee Köln
Veronika Kourabas, Berlin
Margarethe Flisikowski, Göttingen
Robert Wande, Köln
Christine Müller, Berlin
Asta Nechajute, Köln
Elfi Padovan, München
Elly Riind-Schmidt, Bernried
Grollmuss, Köln
Marco Kammholz, Köln
Timo Glatz, Köln
Nele, Frankfurt
Nicole Gohlke, MdB Die LINKE, München
Kurt Graf, Leverkusen
Wolfgang Vonderwelt, Köln
Uwe Adler, Weimar
Daniel Krieger, Heddesheim
Felix M. Steiner
Fritz Letsch, München
Aurora Rodonò, Köln
Klaus Stein, Köln
Mohammed Towhidul Islam, Engelskirchen
Aretha Apithy, Berlin
Julia Killet, München
Clemens Messerschmied, Ramallah
Erkan Dinar, Stadt- und Kreisrat Weißenburg in Bayern
Behrendt, Witzenhausen
Jelca Kollatsch, Hannover
Alix Arnold, Köln
Peter Tonk, Köln
Gisela Sielisch
Lenz Vera, Köln-Mülheim
Margaretha Kühneweg, Lüneburg
Peter Dippoldsmann, Köln
Regine Wittram, Köln
Renate Münder, München
A. Altendorf, Köln
Gaby Merks, Dormagen
Fred Schulzke, Berlin
Uwe Gibbert, Köln
Claus Ludwig, Köln
Valeska Schmidt, München
Margot Opoku-Böhler, Aachen
Judy Grosch, Bernried
Annemarie Fingert, München
Liane Watermann, Göttingen
Susanne Kurz-Lukas, Köln
Helga Genrich, Königswinter
Simon Tement, Köln
Katharina König, Jena
Olesia Muschenko, Berlin
Renate Uzun-Raming
Anja Pichl, München
Wiebke Hartmann, Heidelberg
Hilke Kempka, Hildesheim
Werner Felber, Augsburg
Christian, Köln
Alexandra Hespe, Köln
Armin Mikosch, Frankfurt am Main
Werner Felber, Augsburg
Christian, Köln
Leif Seiler, Bremen
Tobias Linnemann, Bremen
Kemper, Köln
Juliana Blum, Freiburg
Regina Weber, Düsseldorf
Lisa Asam, Landshut
Friedrich Wilhelm Höper, Frankfurt
Hartmut Schneider, Bergisch Gladbach